Pädagogik
Dr. Karl Gebauer
Sprachentwicklung und Sprachbildung im Kindergarten
Sprachbildung im Elementarbereich wurde in den letzten Jahren
in vielen Einrichtungen gleichgesetzt mit Sprachförderung.
Oft war diese an bestimmte Personen und Programme gebunden.
Es hat sich gezeigt, dass Sprachförderung als isolierte Maßnahme nicht sehr effektiv ist.
(vgl. Haug-Schnabel / Bensel 2012, S. 56 und Albers 2011, S.81).
Kinder lernen das Sprechen in sozialen Interaktionen und nicht in Trainingssituationen.
Intensivkurse des Sprechens finden in den unterschiedlichsten Situationen des Alltags statt:
beim Wickeln, Anziehen, Essen, Bilderbuch anschauen und Spielen.
Beim handlungsbegleitenden Sprechen werden mehr Informationen gespeichert als in
neutralen Sprachkontexten. Die verbalen Interaktionen zwischen Erzieherin und Kind
werden als die entscheidenden Faktoren für einen gelingenden Entwicklungs-
und Bildungsverlauf angesehen (Haug-Schnabel / Bensel 2012, S. 54).
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Jesper Juul im Gespräch mit Christian Füller (taz)
Wem gehören unsere Kinder?
»Für jedes Kind einen Krippenplatz«?... heißt das, dass auch jedes Kind in die Krippe gehen sollte?
Der Familientherapeut und Bestsellerautor Jesper Juul ruft zum Nachdenken über das Thema Frühbetreuung auf.
Mitschnitt der Podiumsdiskussion mit Jesper Juul und Christian Füller (taz), anlässlich des Erscheinens
von Jesper Juuls Streitschrift: »Wem gehören unsere Kinder? dem Staat, den Eltern oder sich selbst?
Ansichten zur Frühbetreuung.« Mehr über das Buch
zum Video
Verlagsgruppe Beltz
Helmut Zöpfl
Der kleine Prinz beim Pädagogen
Guten Tag, sagte der kleine Prinz.
Sprich einen ganzen Satz, befahl der Pädagoge.
Es heißt: Ich wünsche dir einen guten Tag. Sag es langsam nach!
Ich wünsche dir einen guten Tag, sagte der kleine Prinz artig.
So ist es recht, sagte der Pädagoge und zog ein Büchlein aus der Tasche.
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Dr. Karl Gebauer
Interaktionen - Schatzkammer der sprachlichen Bildung
Aus wissenschaftlicher Sicht hat die Beziehungsgestaltung eine revolutionäre Neubewertung erfahren.
Wir wissen heute, dass die Qualität der Beziehung die Ausbildung neurologischer Strukturen beeinflusst.
Beachtung, Anerkennung und Zuwendung aktivieren das Motivationssystem.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem eine empathische Beziehung zwischen Erzieherinnen
und Kindern eine positive Auswirkung auf die Sprachentwicklung hat. Es gilt daher, allen interaktiven Prozessen
eine große Aufmerksamkeit zu schenken. Die Interaktionen der Kinder sind eine Schatzkammer
der sprachlichen Bildung. Im Kontakt mit anderen Kindern lernt ein Kind, seine Bedürfnisse und Ziele
mit Gleichaltrigen abzustimmen und durchzusetzen.
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Prof. Dr. Harald Lange
Bewegungslernen
Im kindlichen Bewegungslernen wird eine exklusive Dimension der Lernthematik sichtbar, die im Kontext
der Gegenstände anderer Lernbereiche (z.B. Mathematik, Lesen oder Schreiben) zumeist verborgen bleibt:
Das Lernen im Sport-, Spiel- und Bewegungsunterricht ist leiblich verfasst, weshalb Bewegungslehrer
auch hautnah und visuell nachvollziehen können wie sich Kinder mit den Gegenständen, Herausforderungen,
Widerständen und Schwierigkeiten im Bewegungsunterricht auseinandersetzen und wie sie sich diese zu Eigen machen. Im Zuge differenzierter Bewegungsbeobachtungen ist es deshalb auch möglich auffällige Veränderungen im kindlichen Bewegungsverhalten festzustellen. Solche Veränderungen lassen sich hinsichtlich verschiedener Merkmale der beobachtbaren Bewegungsqualität beschreiben (z.B. Bewegungsumfang, -rhythmus, -konstanz, -präzision, - fluss, - tempo, -kopplung, usw.) und sie erlauben in der Interpretation Rückschlüsse auf den Verlauf
des jeweiligen Lernprozesses.
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Prof. Dr. Heinrich Dauber
Kongressthema: Wissenschaft und Spiritualität - neue Perspektiven für die Erziehung
Ziel und Chance pädagogischer Arbeit ist, die Fülle der Möglichkeiten des Mensch-Seins zu eröffnen
und gleichzeitig Realitätstüchtigkeit in der herrschenden Gesellschaft zu trainieren. Dieser Prozess
ist zwischen den Generationen – phasenweise – notwendig konflikthaft und pendelt zwischen dem Streben
nach Autonomie und Verbundenheit für die nachwachsende, Selbstbehauptung und Selbsthingabe für die
"erzogene" Generation. Mit Erziehung sind im Sozialisationsprozess unvermeidlich kulturelle und soziale
Konditionierungen verbunden, die unsere Wahrnehmung, unsere Wertmaßstäbe und unsere Selbstkonzepte,
damit unser Handeln prägen und beschränken. In der Tradition der Humanistischen Pädagogik erfordert dies
einen fortwährenden, altersgemäßen Dialog, in dem sich im besten Fall Erziehung in Selbsterziehung verwandelt.
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