Bildung

Gerald Hüther und Christa Spannbauer

Ein Plädoyer der Verbundenheit
Wir haben weltweite Aufgaben zu lösen, die das Zusammenwirken aller Beteiligten
dringend erforderlich machen. Die vielen jungen Menschen der Gegenwart,
die ganz selbstverständlich «wir» sagen, die sich gegenseitig unterstützen
und für den Erhalt der Umwelt, für soziale Gerechtigkeit und die Vielfalt kultureller
Lebensformen eintreten, leben uns dies bereits vor.
Sie sind die Potentialentfalter der Zukunft. Sie sind die Wegbereiter hin zu einer
Weltgesellschaft, in der wir uns zunehmend mit allen anderen Menschen verbunden wissen.

Aus: Gerald Hüther/Christa Spannbauer (Hg). Connectedness.
Warum wir ein neues Weltbild brauchen. Huber 2012.
Artikel lesen [8 KB]

Peter Schipek im Gespräch mit Rita E. Kaufmann

"Selbstbestimmung und Beziehungslernen"
Achtsamkeit im Schulleben vermitteln
Der Lehrer ist mehr als die Summe seiner Rollen – er ist Mensch.
Und er ist Teil eines vielfältigen Beziehungsgeflechts.
Seine Persönlichkeit, seine Offenheit, seine Lern- und Beziehungsfähigkeit
machen ihn zum kompetenten Begleiter und Förderer des Kindes.
Rita E. Kaufmann beschreibt, wie Achtsamkeit Lehrer belastbarer macht
und sie dazu befähigt, ihre Ressourcen sinnvoll zu nutzen.
Ebenso beleuchtet die Autorin, dass ein Kind, das sich akzeptiert
und mit seinen Interessen ernst genommen fühlt, gerne lernt,
leistungsfähig ist und Verantwortung für das eigene Tun übernimmt.
Die positiven Auswirkungen einer wechselseitig achtsamen und empathischen Haltung
werden anhand vieler Beispiele beschrieben.
Interview lesen [1.551 KB]
"Selbstbestimmung und Beziehungslernen" - Das Buch

Prof. Dieter Plappert

Naturwissenschaftliche Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschulreife
Naturwissenschaftliche Frühförderung - die Akademisierung der Kindergärten
und Grundschulen scheint stetig fortzuschreiten. "Deutschland braucht Ingenieure" -
deshalb werden von der Industrie geförderte naturwissenschaftliche
und technikorientierte Kindergärten eingerichtet.
Dort werden in Forscherecken mit Forscherkisten meist aus dem Zusammenhang gelöste,
eng angeleitete Experimente durchgeführt, die oft mit pseudowissenschaftlichen,
aus dem 19. Jahrhundert stammenden Erklärungsmuster gedeutet werden.
Diese Entwicklung ist vom Erwachsenenen her gedacht - sie berücksichtigt nicht
die Entwicklung des Kindes, nicht, was das Kind in der heutigen Zeit,
im jeweiligen Alter benötigt. Artikel lesen [613 KB]

Beitrag mit freundlicher Genehmigung von:
Praxis der Naturwissenschaften-Physik in der Schule

Prof. Dr. Heinrich Dauber

Ungewissheitstoleranz als neue "Schattenkompetenz"-
brauchen wir ein "Recht auf Inkompetenz"?

Wie können wir uns in einer Welt voller Ungewissheiten persönlich und professionell zurechtfinden?
Brauchen wir für den Umgang mit äußeren und inneren Ungewissheiten neue Kompetenzen,
insbesondere "Ungewissheitstoleranz"? Wer entscheidet darüber, ob wir "kompetent" oder "inkompetent" sind?
Können wir uns diesen von Experten und Bürokraten verordneten neuen Kompetenzen entziehen?
Brauchen wir gar ein "Recht auf Inkompetenz"?
Je mehr ich über diese Fragen nachdachte und in der neueren sozialwissenschaftlichen Literatur nach Orientierung suchte, desto deutlicher wurde mir, wie zutiefst zweideutig und widersprüchlich beide Begriffe, der der Kompetenz wie der der Ungewissheitstoleranz, selbst sind. Sie können aus einer Haltung des Sich-Verlierens in unseren Emotionen und Vorstellungen, des resignativen Sich-fügens oder aus einer Haltung der wachen offenen Präsenz
für das, was sich in der äußeren und unserer inneren Welt abspielt, gestellt werden.
Artikel lesen [85 KB]

Dr. Armin Krenz

Wenn Gedanken Flügel haben: Mit Kindern philosophieren
Fragen, die das Leben entdecken helfen
Der große Denker Aristoteles prägte vor nahezu zweieinhalbtausend Jahren
u.a. einen ganz bedeutsamen Satz: "Das Philosophieren beginnt mit dem Staunen".
Und es gibt Vieles mit Kindern zu bestaunen: dass es beispielsweise Vögel gibt,
die ihr Leben lang in der Luft bleiben, warum der Mond Ebbe und Flut bestimmt,
warum Flugzeuge überhaupt fliegen können und große Schiffe nicht untergehen
müssen, warum schlafende Vögel nicht von ihrem Ast herunterfallen oder warum
wir Menschen beim Niesen die Augen schließen?
Warum auch Männer Brustwarzen haben und ob Hamster und Hühner auch Schluckauf
kriegen können? Warum schrumpelt die Haut, wenn man längere Zeit im Wasser liegt
und warum löst die Seife den Badeschaum auf? Warum wirkt das Fell des Eisbären weiß,
obgleich die Haare farblos sind und warum bin ich als Mensch geboren
und nicht als sibirischer Tiger?
So gibt es tausende von Alltagsfragen, die Kinder und Erwachsene beschäftigen
und gedanklich regelrecht fesseln können. Fragen aus der Vergangenheit und die
Zukunft betreffend - und nun in der Gegenwart des Kindes von höchst aktuellem Wert!
Artikel lesen [71 KB]

Lothar Krappmann

Kinder und Erwachsene - Wer lernt wie von wem?
Wenn sich universales Denken und Sprache verbinden ...
Vortrag beim Symposium Kindheit und Gesellschaft in Bregenz, 21.-23. Oktober 2010
Ich habe mich auf diesen Vortrag etwas unvorsichtig eingelassen.
Das Thema, wie Kinder und Erwachsene voneinander lernen, beschäftigt mich seit langem,
und es schien mir so gut zum Rahmenthema dieses Symposiums zu passen.
Als ich mich vor einiger Zeit dann daran setzte, meine verschiedenen Gedanken zu ordnen
und aufzuschreiben, merkte ich, dass ich nicht ohne einige Vorbemerkungen anfangen kann,
um mich klarer zu positionieren. Aber auch in diesen Vorbemerkungen kann ich nur andeuten,
wie ich mich zu einigen Problemen stelle, ohne sie gründlicher behandeln zu können.
Artikel lesen [25 KB]

Dr. Armin Krenz

Bildungsgut "Werte" - Einleitungsgedanken
In vielen Wörtern unserer Sprache kommt das Wort "Wert" vor. So "verwerten" wir unterschiedliche Informationen,
sehen die vielfältigen Dinge und Ereignisse um uns herum als "wertlos" oder "wertvoll" an, "bewerten"
ohne Unterlass Ereignisse um uns herum, betrachten "wertbeständige" Güter entweder als besonders gut
oder lehnen sie aufgrund eines persönlichen "Werturteils" ab, nehmen nach einer erfolgten Arbeit eine mehr
oder weniger intensive "Auswertung" vor, investieren in bestimmte "Wertanlagen" oder ernähren uns mit "Vollwertkost".
Diese kleine Aufzählung von "Wertbegriffen" macht deutlich, wie tief verwurzelt das Wort "Wert" in unserem Sprachgebrauch
verwurzelt ist. Artikel lesen [85 KB]

Dr. Karl Gebauer

Bildungspolitik - Eine emotionale Mixtur aus Angst, Gleichgültigkeit, Unwissenheit und Machtgelüsten?
Es konkurrieren im deutschen Bildungssystem zwei Konzepte miteinander. Auf der einen Seite steht eine Konzeption,
die den Plan und die von außen geleitete Planbarkeit von Bildung in den Mittelpunkt stellt. Diese Konzeption
berücksichtigt nicht die Ergebnisse der modernen Hirnforschung. Daneben gibt es eine Konzeption,
die ihre Wurzeln in der Kindergartenpädagogik hat. Sie geht von den Aktivitäten des Kindes aus, schafft
eine anregende Umwelt, strukturiert und rhythmisiert den Tagesablauf und achtet darauf, dass die Erzieherinnen
den Kindern emotional zugewandt sind. Diese Konzeption wird durch aktuelle Forschungsergebnisse gestützt.
In ihrem Kern geht es um die Aktivierung von Selbstwirksamkeit. Sie eröffnet Zukunft. Artikel lesen [8 KB]